Labrador vom Kaltenberg
Haltung und Aufzucht in der Familie

Erste Hilfe Hund



Erste Hilfe beim Hund:

Anmerkung:

Diese Seite ersetzt auf keinen Fall einen Erste-Hilfe-Kurs für Hunde!
Wir raten jedem Hundebesitzer an, sich diese Ersthelfer-Ausbildung anzueignen.
Oft bietet das auch der eigene Tierarzt oder die Tierkliniken an!

Für den Laien ist es nicht immer einfach, genau zu erkennen, wann ein Tier sich in akuter Lebensgefahr befindet.

Daher kann es hilfreich sein, auf einige
Symptome  zu achten, die gegebenenfalls auf einen Notfall schließen lassen:


  • Atemnot / Atemstillstand

  • Starke Blutungen

  • Blasse Schleimhäute weisen auf einen Schock hin

  • Über- bzw. Untertemperatur (über 39,5 und unter 37,5 °C)

  • Apathie / Bewusstlosigkeit

  • Hecheln und Zittern

  • Krämpfe

  • Lähmungen

  • Aufgeblähter Bauch, Kolik (Bauchkrämpfe)

  • Heftiges Erbrechen und starker Durchfall

  • Fehlender Harnabsatz; übermäßiges Trinken

    Vitalfunktionen beim Hund




    Woran erkenne ich ob es meinem Hund gut geht? Nun ja, es gibt ein paar sogenannte Vitalfunktionen, die uns schon einiges über den Zustand unseres Hundes aussagen, hierzu gehören:

    - die Körpertemperatur
    - die Kapillarfüllungszeit und Zahnfleischfarbe
    - der Herzschlag, Puls und Atmung

    Wenn Du eine Weile mit Deinem Vierbeiner zusammenlebst, wirst Du ihn auch beobachten und so auch feststellen, wenn er sein Verhalten verändert. Wenn er mehr als normal schläft, träge und apathisch wirkt, mehr als sonst trinkt, unruhig ist, verstärkt hechelt usw.
    Dies sind dann Anzeichen wo Du genauer hinschauen solltest und eben die Vitalfunktionen mal überprüfen solltest. Im Zweifelsfall ist meine Meinung sowieso: ab zum Tierarzt!

    Wie beim Menschen auch, gilt im Krankheitsfall: Schonen, Ruhe und häufig je nach Fall auch warm halten. Wichtig auch, nicht übermässig betüddeln, sondern Ruhe und Vertrauen ausstrahlen.

    Gib Deinem Hund Sicherheit, wenn er selbst nicht weiss, was mit ihm passiert.

    Körpertemperatur:

    Die normale Körpertemperatur des Hundes liegt zwischen 37,5 und 39 Grad Celsius. Bei manchen Rassen gibt es aber leichte Abweichungen, also entweder den Züchter oder Tierarzt fragen im Zweifelsfall.
    Von erhöhter Temperatur/Fieber sprechen wir ab 39 Grad, wobei eine leicht erhöhte Temperatur auch schon bei freudiger Aufgeregtheit oder nach anstrengenden Tätigkeiten auftreten kann.

    Eine deutlich erhöhte Temperatur deutet allerdings auf eine Entzündung im Organismus hin und damit ein sicheres Zeichen für eine sich anbahnende Krankheit. Von Untertemperatur sprechen wir wenn die Körpertemperatur unter 37,5 Grad sinkt. Dies kann ein Zeichen auf einen Eiterherd im Hundekörper deuten. Bei Untertemperatur bitte immer sofort zum Tierarzt.

    Wie messen wir denn bei unserem Hund die Temperatur?
    Es gibt sicher verschiedene Möglichkeiten und es kommt auch auf den Hund selber an: ist er ein ruhiger oder eher flippiger Vertreter? Bei meinen Hunden hat es sich gezeigt, dass es am leichtesten funktioniert, wenn der Hund auf der Seite liegt. Aber auch im Stehen soll es funktionieren.
    Die Thermometerspitze leicht mit Vaseline einfetten, damit es besser in den After einzuführen ist und nicht an der Schleimhaut schmerzt. Du musst es ca. 2cm einführen und gut festhalten! Ich nehme ein digitales Thermometer, weil es mir durch das akustische Signal zeigt, wann ich ablesen kann und auch die Gefahr das es kaputt geht nicht so gross ist.

    Zahnfleisch und Kapillarfüllungszeit:

    Uih hört sich das wieder an: Kapillarfüllungszeit bedeutet aber nichts anderes, als die Zeit die das Blut braucht, um die Blutgefässe wieder zu füllen. Dies ist ein wichtiger Hinweis über den Allgemeinzustand unseres Hundes. Im Normalfall ist das Blut in ein bis zwei Sekunden wieder voll durchgeflossen.

    Was meine ich nun? Also wenn Du Dir das Zahnfleisch Deines Hundes anschaust, dann hat es im Normalfall eine rosa Färbung. Ausnahmen gibt hier natürlich auch wieder, wie z.b. der Chow-Chow, dessen Zunge und Zahnfleisch sind auf natürliche Weise bläulich gefärbt.
    Wenn Du nun mit dem Daumen ( nicht mit dem Fingernagel!!! ) kurz und fest auf das Zanhfleisch drückst, bleibt ein weisser Fleck zu sehen. Dieser sollte innerhalb zwei Sekunden wieder die normale Rosafärbung haben.
    Dieser Fleck entsteht, weil durch den Druck das Blut an dieser Stelle aus dem Gefäss gedrückt wird, lasse ich nun wieder los, fliesst das Blut wieder zurück.
    Wenn dem nicht so ist, kannst Du davon ausgehen, dass mit Deinem Hund etwas nicht stimmt. Im Schockzustand ist diese Kapillarfüllungszeit z.b. verlangsamt und auch in den meisten Krankheitsfällen.

    Allgemein blasses Zahnfleisch kann auch schon auf eine Erkrankung hinweisen, z.b. auf eine Anämie. Gelblich gefärbtes Zahnfleisch deutet auch auf eine Erkrankung z.b. der Leber hin. Das Zahnfleisch der meisten Hunde zeigt dunkle Flecken und es gibt auch Hunde, die dunkle Flecken auf der Zunge haben. Keine Angst, diese sind völlig normal und sie hat fast jeder Hund.

    Herzschlag, Puls und Atmung:

    Der Herzschlag unseres Hundes ist von der Rasse und des Grösse abhängig. Bei kleineren Rassen liegt er höher, so ungefähr bei 130 Schlägen pro Minute, als bei den Grösseren. Bei diesen liegt der Herzschlag ca. bei 50 - 60 Schägen pro Minute.
    Um die Anzahl der Herschläge festzustellen, presst Du die Finger auf die Brust Deines Hundes und zählst die Schläge für 15 Sekunden und multiplizierst dies dann mit vier.

    Der Puls wird genauso gezählt, allerdings misst man diesen an der Innenseite der hinteren Oberschenkel. Ungefähr in der Mitte kann man das Pulsieren der Oberschenkelarterie ertasten. Auch hier wieder die Fingerspitzen auflegen und 15 Sekunden zählen.
    Der Normalwert des Pulses ist auch wieder grössen- und rassenabhängig und liegt zwischen 80 und 120 Schlägen pro Minute. Es empfiehlt sich den Puls öfter mal im gesunden Zustand zu zählen, dann weiss man wie er normalerweise bei seinem Hund sein soll. Der Puls gilt als beschleunigt, ab 120 Schlägen und höher und deutet häufig auf eine Erkrankung im Herz- Kreislaufsystem hin.

    Die Atmungsfrequenz ist nun auch wieder grössen- und rassenabhängig. Ein Durchschnittswert ist 10 bis 30 Atemzüge in der Minute.
    Diese zählen wir durch genaues Beobachten des Brustkorbes. Das Anheben und Senken des Brustkorbes im Liegen des Hundes ist normalerweise gut zu erkennen.

    Jedes Abweichen der drei Werte KANN ein Hinweis auf eine Erkrankung sein, aber diese Abweichungen können auch bei Aufregung und die dadurch entstandene Erregung auftreten. Also immer den Gesamteindruck mit einbeziehen.


    Sofortmaßnahmen bei einem Unfall mit einem Hund

    Zehn Punkte, mit denen Sie Leben retten können:

  • Sichern Sie die Unfallstelle (bitten Sie Passanten um Mithilfe).

  • Nähern Sie sich vorsichtig und ruhig dem verunfallten Tier.

  • Beobachten Sie während der Annäherung das Tier genau, um bei evtl. Abwehrreaktionen keine Verletzungen davonzutragen.

  • Überprüfen Sie die Atemwege und befreien Sie gegebenenfalls den Rachenraum von Blut, Schleim oder Erbrochenem mit einem Taschentuch.

  • Überprüfen Sie die Herztätigkeit und den Puls und leiten Sie gegebenenfalls eine Herzmassage ein, die von einer künstlichen Beatmung begleitet werden sollte.

  • Stillen Sie stark spritzende Blutungen.

  • Bereiten Sie das Tier für den Transport vor, indem Sie es behutsam auf ein Brett, in einen Karton oder eine Kiste legen oder es mit Hilfe einer Wolldecke transportieren.

  • Durch den Schock verliert das Tier Wärme. Halten Sie es mit Decken oder Folien warm.

  • Lassen Sie das Tier keinen Augenblick unbeobachtet (Fluchtgefahr, Überwachung von Atmung und Puls) und informieren Sie einen Tierarzt bzw. rufen Sie die 110 und teilen Sie dort mit, dass ein Tier verunfallt ist.

Künstliche Beatmung beim Hund

Wenn beim Hund keine Atmung mehr festgestellt werden kann, streckt man seinen Kopf, öffnet den Fang und zieht die Zunge heraus. Als erstes sollte der Rachenraum kontrolliert werden, ob dieser frei von Gegenständen oder Erbrochenem ist. Falls etwas vorhanden sein sollte, sorgfältig den Rachenraum Freiräumen.

Dann kneift man dem Hund fest in die Nasenlöcher und beobachtet, ob so die Atmung sich wieder einstellt. Falls dies der Fall sein sollte, muss man das weitermachen, bis man beim Tierarzt eintrifft.

Wenn der Hund allerdings durch diesen Vorgang nicht atmet, muss man ihn künstlich beamten. Dabei immer den Herzschlag kontrollieren!

 

Zwei Arten von künstlicher Beatmung:

  1. Brustkorbmassage

  2. Mund-zu-Nase-Beatmung (effektivere Methode als die Brustkorbmassage)

Brustkorbmassage bei Hunden

  • Der Hund muss in die rechte Seitenlage gebracht werden.

  • Mit beiden Händen wird breit-flächig auf den Brustkorb gefasst und zusammengedrückt.

  • Man drückt sorgfältig circa 30 – 40 mal pro Minute, bei einem Schäferhund circa 15 – 20 mal pro Minute (keine kurzen, harten Stöße!)

  • Eine Hilfsperon sollte kontrollieren, ob Luft durch den geöffneten Fang ein- und ausströmt und immer wieder den Puls überprüfen (Innenseite Oberschenkel). Steht keine Hilfsperson zur Verfügung, muss man dies selber tun.

  • Nach circa einer Minute sollte man die Beatmung unterbrechen und für einige Sekunden warten, ob die Atmung selbständig wieder eingesetzt hat.

  • Ist dies der Fall, Transport zum Tierarzt.

  • Setzt keine selbständige Atmung ein, oder setzt die Atmung erneut aus, muss man weiter verfahren, wie oben beschrieben (1 Minute Massage, einige Sekunden warten – Herztätigkeit kontrollieren). Dies weiterführen, bis man beim Tierarzt eingetroffen ist, oder dieser bei einem selber, falls man keine Hilfsperson hat.

Wann darf eine Brustkorbmassage nicht durchgeführt werden?

  • Bei Rippenverletzung.

  • Bei vermuteten inneren Verletzungen des Bauchraumes.

Mund-zu-Nase-Beatmung

Mund zu Nase Beatmung: Fang luftdicht verschließen und Mund ganz um die Nase legen

  • Kopf des Hundes strecken.

  • Fang öffnen und Zunge gerade nach vorne herausziehen.

  • Fang möglichst luftdicht schließen.

  • Selber nun die Lippen ganz um die Nase des Hundes legen und hinein blasen.

  • Während des Hineinblasens überprüfen, ob der Brustkorb sich hebt (sollte das nicht der Fall sein, beim nächsten Mal kräftiger blasen).

  • Nase freigeben, damit die Luft auch wieder hinausströmen kann.

  • Beatmung circa 30 mal pro Minute – das heißt 2 Sekunden Luft hineinblasen, 2 Sekunden die Nase freilassen.

  • Nach einer Minute des Beatmens für einige Sekunden pausieren, um zu kontrollieren, ob die selbständige Atmung eingesetzt hat.

  • Während der Pausen muss immer wieder die Herztätigkeit überprüft werden.

  • Die Menge an beatmeter Luft ist ausreichend, wenn der Brustkorb sich gut sichtbar hebt (auf keinen Fall den Hund wie einen Luftballon aufblasen. Zu große Luftmenge oder starke Beatmung kann die Lunge schädigen).

  • Auch diese Form der Beatmung wird bis zum Erreichen der selbständigen Atmung durchgeführt, oder bis man bei einem Tierarzt ist.