Labrador vom Kaltenberg
Haltung und Aufzucht in der Familie

Erbkrankheiten




Neben den Erbkrankheiten der Gelenke wie

Hüftgelenkdysplasie (HD) = Hüftgelenk-Erkrankung
Ellbogengelenkdysplasie (ED) = Ellbogengelenk-Erkrankung
Osteochondrosis dissecans (OCD) = Schultergelenk-Erkrankung
Patellaluxation (PL) = Kniegelenk-Erkrankung


die derzeit beim Labrador Retriever nur durch eine Röntgenuntersuchung festgestellt werden können,

ist es besonders wichtig auf f
olgende Erbkrankheiten des Labrador Retrievers
einen Gentest zu machen:

  • prcd-PRA = eine Form der Progressiven Retina Atrophy
    (fortschreitender Netzhautschwund im Auge)

  • CNM = Centronukläre Myopathie
    (erblich bedingte Myopathie - Muskelschwäche)

  • EIC = Exercise Induced Collapse
    (neuromuskuläre Erkrankung, ähnlich einem epeleptischen Anfall, wird daher auch oft mit Epelepsie verwechselt)

  • NARC = Narcolepsy
    (Primäre Störung des Regulationssystems von Wachen/Schlafen,
    affektiv ausgelöster Muskeltonusverlust)

  • SD2 = Zwergenwuchs

  • MH = Maligne Hyperthermie
    (Fehlfunktion des Muskelkorsetts, Krämpfe,Herzrhythmusstörungen, Nierenfehlfunktion)

  • DM = Degenerative Myelopathy
    (neurodegenerative Erkrankung "Querschnittslähmung"ab 5.-8. Lj.)

  • RD/OSD= Retinal Dysplasie
    (Netzhauterkrankung im Welpen-oder Erwachsenenalter, Skelettmissbildung)

  • HNPK= Hereditäre Nasale Parakeratose
    (Verhornung, Rissbildung der obersten Hautschichten- Nase)

Die meisten dieser genetischen Krankheiten werden autosomal rezessiv vererbt und somit reicht es aus, wenn ein Elternteil N/N frei getestet wurde, d.h. der Hund trägt kein defektes Gen und somit können die Welpen später nicht an dieser Erbkrankheit erkranken. Mittlerweile gibt es für den Labrador Retriever 18 genetische Test mit unterschiedlich starker Penetranz, d.h. Nachweisbarkeit, dass viele Labrador Retriever an diesen Krankheiten erkranken - nicht alle genetischen Tests sind in den Zuchtverbänden vorgeschrieben. Unsere Deckrüden sind alle 15-fach genetisch getestet! Lediglich drei genetische Tests sind in unserem Zuchtverband Pflicht! Und auch unsere Hündinnen sind alle genetisch getestet, um ausschließen zu können, dass die Welpen an den genetisch dominant vererbbaren Krankheiten des Labradors erkranken können.

Bei einem Gentest gibt es 3 mögliche Befunde:

1. normal/clear (frei) - Genotyp N/N (das N steht für normal)
2. carrier (Genträger - Hund selbst wird nie erkranken,
   gibt das defekte Gen aber zu 50 Prozent an seine Nachkommen weiter)

3. affected (erkrankt)


Bei EIC wird unterschieden in:

Genotyp N/N = frei
Genotyp N/E = Träger
Genotpy E/E = erkrankt


Eine Besonderheit gibt es bei EIC: Im Gegensatz zu anderen Erbkrankheiten, bedeutet Genotyp E/E, dass der Hund genetisch betrachtet erkrankt ist, aber durchaus Hunde vorkommen, bei denen die Krankheit trotzdem nicht ausgebricht, sie aber wie "affected" Hunde vererben.


Bei Verpaarungen ist deshalb darauf zu achten, dass entweder clear x clear oder clear x carrier (oder clear x affected) verpaart wird. Somit ist gesichert, dass kein Welpe an diesen Krankheiten erkranken kann. Statistisch betrachtet, ergibt sich bei der Anpaarung folgende prozentuale Verteilung:


  • clear x clear = 100% clear, kein Welpe erkrankt, kein Welpe kann das Gen weitergeben!!!

  • clear x carrier = 50% clear, 50% carrier, kein Welpe erkrankt!!!

  • clear x affected = 100% carrier, kein Welpe erkrankt!!!

  • carrier x carrier = 25% clear, 50% carrier, 25% affected

  • carrier x affected = 50% carrier, 50% affected

  • affected x affected = 100% affected

Bei Hunden aus einer Zucht, in der nicht getestet wurde, besteht ein  Risiko für seinen Nachwuchs selbst zu erkranken, mit der Folge, dass die Tiere im Junghundealter eingeschläfert werden müssen (CNM) oder dass es zum Erblinden in fortgeschrittenem Alter (PRA) kommt.

Es ist sinnvoll bei Zuchthunden Gentests durchzuführen, um einen geeigneten Deckpartner zu finden, damit keine an EIC, NARC, CNM oder PRA erkrankten Welpen gezüchtet werden können.

Unsere eigenen Deckrüden sind auf derzeit 15 genetische Erbkrankheiten getestet und wir nehmen nur Verpaarungen vor, bei denen wir sicher sein können, dass die Welpen an diesen Krankheiten nicht erkranken können! Zusätzlich haben unsere Rüden noch die Augenuntersuchung vom Dortmunder Kreis und den Herzultraschall in der Tierklinik, die sich dem Collegium
Cardologicum angeschlossen hat.